Ski Press World Inc. - Index

Ski Press World Inc. - SPORTPRESSE No. 4 | AUG / SEPT 2008 - Index

Beinahe zufällig entwickelte der Freisinger Internist Dr. Wolf Funfack vor
sieben Jahren ein neues medizinisches Ernährungskonzept auf der Basis von
Blutwerten. Mit Metabolic Balance kann man prima abnehmen und die sportliche
Aktivität immens verbessern. Die deutsche Eiskunstläuferin Annette Dytrt
trainiert seit einigen Jahren mithilfe diese neuen Ernährunskonzepts, eine
deutsche Nationalmannschaft ließ sich vergangenen Monat die Ernährungspläne
zusenden – welche, verraten wir erst im Oktober. Im Gespräch mit SportPresse
erklärt Fitnesscoach und Ernährungsexperte Holger Westenbaum, wie Profis und
Normalsportler von dem Konzept profitieren.
WIE FÄNGT ALLES AN?
Exakt 36 Werte und persönliche Angaben geben Auskunft über den gesundheitlichen
Zustand eines Menschen. Diese labortechnischen Werte sind der erste Schritt und die
Basis zur Erstellung eines individuellen Ernährungsprogramms. In dem Plan sind genau
die Nahrungsmittel enthalten, die der Körper benötigt, um seinen Närhstoffbedarf zu
decken. So kann es sein, „dass es bei einem Menschen 15 Obstsorten sind, die er essen
darf, beim anderen nur drei“, betont Holger Westenbaum. Am Anfang, in der strengen
Phase, wenn Gerichte wie 151 Gramm Lammsteak und 168 Gramm Gemüse zubereitet
werden sollen, wird es nicht ohne Küchenwaage klappen. Später dürfen die Mengen
verändert werden. Idee des Programms ist, dass „ein untergewichtiger Mensch mit hoher
Wahrscheinlichkeit zunimmt, ein Übergewichtiger abnimmt, und gewisse Krankheitsbilder
auf das Programm so positiv reagieren, dass sie möglicherweise ganz
verschwinden“, erklärt Holger Westenbaum. Um den gewünschten Effekt
– langfristig ein Gewicht zu halten, mit dem sich der Körper wohlfühlt – zu
erreichen, müssen einige Regeln in den ersten zwei Wochen strikt befolgt
werden: den Tag mit einem eiweißreichen Nahrungsmittel beginnen, drei
Mahlzeiten im Abstand von fünf Stunden essen, wenn möglich keinen
Alkohol oder nur wenig. Denn nicht nur bei Metabolic Balance gilt: Wer
am Abend mehr als ein Glas Bier oder Wein trinkt, pusht seinen
Insulinwert so weit nach oben, dass der Abbau von Fett während
der Schlafphase verhindert wird.
DER VIER-PHASEN-ZEITPLAN
Um den Stoffwechsel des Körpers komplett umzustellen, sind laut Metabolic Balance
mindestens 14 Tage notwendig. In Phase eins wird der Körper ähnlich wie beim
Heilfasten entschlackt und in ein, zwei Tagen schonend vorbereitet. In Phase zwei folgt
die strenge, 14-tägige Umstellungsphase, die entscheidend für den weiteren Verlauf
ist. Strenge Disziplin ist notwendig, damit der Stoffwechsel die Umstellung vornimmt.
In dieser Zeit kommt es nicht nur zur ersten Gewichtsreduktion (bei Männer zwischen
vier und acht Kilo), sondern auch zu einer Vitalisierung der Energie. „Bereits nach
einigen Tagen habe ich mich gefühlt, als könnte ich Bäume ausreißen“, beschreibt
Westenbaum seine persönliche Erfahrung. Der Schlaf wird ruhiger und qualitativ besser,
man fühlt sich ausgeglichener. „Die Ausschüttung von Serotonin versetzt einen in einen
richtigen Hype. Stimmung und Lebensfreude steigen.“ Die gelockerte Phase drei erlaubt
weitere Nahrungsmittel und großzügigere Mengen. „Das Programm endet mit der
Erhaltungsphase vier und der Lockerung der strengen Regeln“. Danach sollte der neue
Mahlzeitenrhythmus beibehalten werden. Neue und bekannte Lebensmittel dürfen den
Speiseplan wieder ergänzen.
FITNESS & ERNÄHRUNG | 59
BESSER UND BILLIGER ESSEN
Wer mit Metabolic Balance beginnt, wird seinen Kochplan
umstellen müssen. „Das fällt nicht so schwer, wie es aussieht“,
macht Holger Westenbaum deutlich. Doch der Mensch ist ein
Gewohnheitstier: Wird es Ausnahmen geben können? Wird
das Leben zur Askese? Natürlich erlaubt man sich immer
wieder einmal eine „Schummelportion“. Gewichtszunahme
ereignet sich nicht innerhalb eines Tages, sondern ist ein
langfristiger Prozess. „Wird das Einkaufen der Lebensmittel
teurer, weil man ganz gezielt einkaufen muss?“, möchten
wir wissen. „Im Gegenteil, es wird billiger, weil man durch
die Mengenrationierung weniger, aber in besserer Qualität
einkauft.“ Wer die Vorteile einmal erlebt hat und sich „nach der
Ernährungsumstellung wie neu geboren fühlt, der wird immer
wieder freiwillig zurückkehren, auch wenn er ab und zu mal
über die Strenge schlägt“, ist er sich sicher. Als ehemaliger
Leistungssportler hat er es selbst einmal erlebt. Vor fünf
Jahren zog der damals selbst Übergewichtige einen Strich,
sagte sich „so, nun ist aber Schluss“ und ließ mit Metabolic
Balance die eigenen Pfunde purzeln.
FÜR ATHLETEN UND
FREIZEITSPORTLER
Durch die eiweißbetonte Ernährung wird der Abbau
von Muskelmasse verhindert, deshalb kann sich
jeder Sportler nach dem Programm ernähren. Mit
langkettigen Kohlenhydraten wird
die Volumenvergrößerung
der Energiereserven
erreicht – der Vorteil
ist eine permanente
Energieleistung
ohne Spitzen. Bei
Spitzensportlern oder bei
langen Rad- und Bergtouren
kommt in Trainings- und
Wettkampfphasen noch eine
Zusatznahrung hinzu, um den hohen
Energiebedarf schnell decken zu können. Ausdauerathleten
betonen: „Wenn ich in der Grundlage
drei bis fünf Stunden trainiere, komme ich ohne
Zusatznahrung zurecht.“
PASTA-PARTIES ADE
„Während der ersten beiden Phasen sind die klassischen
Einfachzucker-lastigen Nahrungsmittel wie Nudeln,
Kartoffeln oder Reis verboten. Im weiteren Verlauf werden
sie je nach Aktivitätenniveau sukzessive eingesetzt“, sagt
Herr Westenbaum. Nach Metabolic Balance kann man
diese Speisen nicht jeden Tag essen, denn Nudeln oder
Kartoffeln sind kurzkettige Kohlenhydrate. Bei extremen
Ausdauersituationen entscheidet der spezifi sche Fall darüber.
Wer einen Urlaub oder eine Sportreise plant, sollte seine
Ernährungsgewohnheiten rechtzeitig mit dem Hotelier vor
Ort abklären. Leicht zu organisieren ist diese besondere
Ernährung auf Reisen nur, wenn man gut vorausplant.