Ski Press World Inc. - IndexSki Press World Inc. - SPORTPRESSE No. 4 | AUG / SEPT 2008 - Index52 | KÖRPER & GEIST
DER MAIRAWEG – ALTE WEGE NEU ENTDECKEN
Die Höhenwege sind so alt, wie die Dörfer durch die sie führen. Die Bergwelt ist wild und
das Leben abgeschieden. Das Valle Maira, das sich beinahe unscheinbar über den Haupttälern
Varáita und Po in den italienischen Weltalpen erhebt, ist weniger etwas für partyhungrige
oder wellnessbedürftige Urlauber, dafür ein wahrhafter Genuss für naturverliebte
und kulturbegeisterte Wandertouristen. Das Hochgebirgstal vereint eine Vielfalt an Landschaften
und dünn besiedelte Bergdörfer mit einem erstaunlichen Schatz an Kunstwerken
und jeder Menge Charme. Das 1993 zum Leben erweckte Wegenetz führt Wanderer auf
einem zehn- bis 14-tägigen abwechslungsreichen Rundwanderweg durch die einstige
kulturelle Blüte im Tal. Auf keinen Fall verpassen sollten Sie die Gardetta-Hochebene,
überragt von der dolomitenähnlichen Rocca la Meja (2.831 m), den Lago Resile oder die
aus dem 15. Jahrhundert stammenden Fresken von Hans Clemer.
THE KERRY WAY – IRLAND IN SEINER GANZEN VIELFALT
Satt grüne Täler, sanfte Hügel, raue Berge, schroffe Küsten, sagenhafte Gemäuer und
traditionelle Pubs – wer auf der Suche nach der grünen Insel ist, fi ndet auf dem Kerry Way,
dem längsten Wanderweg der Insel, was er sucht. Auf seiner abwechslungsreichen Route
durch den Südwesten Irlands, demonstriert er die landschaftliche Vielfalt samt einem
herausragenden Artenreichtum an Flora und Fauna. Das Abenteuer beginnt und endet
in dem Touristenörtchen Killarney. Von dort führt die Strecke durch den Killarney National
Park, über felsige Glens, entlang der Küstenlinie der Iveragh Halbinsel. Trotz seiner
Berühmtheit ist der Carrauntuohill (1.039 m), die höchste Erhebung Irlands, auf der Route
nur Statist. Höhenmeter weichen sanften Hügellandschaften und Gebirgskämmen – für
Hartgesottene lohnt sich das Gipfelerlebnis dennoch. Das kulturelle Irland kommt keineswegs
zu kurz. Wer im Sommer reist – besonders beliebt: Mai, August und September –,
sollte eines der zahlreichen traditionellen Musikfestivals besuchen.
STRECKE /// Die gut erhaltenen, durchgehend markierten
„Percorsi Occitani“ verlaufen auf Verkehrswegen alter Tage auf
beiden Talseiten die Hänge entlang. Für den Einstieg in den Rundkurs
sind Dronero (600 m) am Taleingang oder Marmora (1.200 m) im
oberen Mairatal beliebt. Beide Gehrichtungen sind empfehlenswert.
Gesamtwanderzeit: ca. 60 Stunden, zehn bis 14 Etappen. Für
wanderbegeisterte Familien mit Kindern (ab 10 Jahren). Talquerende
Varianten ermöglichen eine Reisezeit von Mai bis Oktober.
SCHLAFEN & ESSEN /// Hotels und Campingplätze im Tal. Einfache,
meist komfortable Etappenunterkünfte in den höher gelegenen
Dörfern. Reservierung am Vorabend von Unterkunft zu Unterkunft.
Gepäcktransport gegen Aufpreis. Tipp: Pensione Ceaglio in Marmora-
Vernetti, ein kleines Hoteldorf. Übernachtet wird in restaurierten
Bauernhäusern. Die Piemonteser Küche ist ein Highlight. Ein Mix
aus edlen Gerichten und traditioneller Bauernküche zu vernünftigen
Preisen. www.ceaglio-vallemaira.it
INFORMATION /// ENIT, Italienische Zentrale für Tourismus,
Tel. +49/(0)69/23 74 34, www.enit-italia.de. /// Vor Ort: I.A.T.
Dronero, +39/01 71/91 70 80, www.vallemaira.cn.it; /// Centro
Culturale Borgat in San Martino inferiore, Tel. +39/01 71/99 91 86.
LITERATUR & KARTEN /// Ursula Bauer, Jürg Frischknecht: „Antipasti
und alte Wege – Valle Maira.“, Rotpunkt Verlag | Iris Kürschner:
„Piemont Süd. 50 Touren“, Bergverlag Rother,
Karte: Istituto Geografi co Centrale, Torino, Nr. 111 (1:25.000) und Nr.
7 (1:50.000).
STRECKE /// Auf leisen Sohlen folgt der 215 bis 250 Kilometer
lange Rundkurs dem Ring of Kerry, der berühmten Panorama-
Küstenstraße in der Grafschaft Kerry. Während sich auf den engen
Straßen die Busse drängen, führt der Kerry Way die meiste Zeit
über grasüberwucherte Busstrecken aus dem 17. Jhd., traditionelle
„Butterwege“ und enge Pfaden durch Nationalparks und wildes
Berg- und Farmland. Empfohlen werden neun Tagesetappen, die
jeweils in gemütlichen Städten oder Dörfern enden: Killarney –
Black Valley – Glencar – Glenbeigh – Cahersiveen – Waterville –
Caherdaniel – Sneem – Kenmare – Killarney. Die Strecke erfordert
Ausdauer, ist für Wandererprobte aber kein Problem.
SCHLAFEN & ESSEN /// Gemütliche Übernachtungsmöglichkeiten
verschiedener Kategorien sowie nette Pubs mit traditioneller Küche
und Biersorten an jedem Etappenort. Tipp: Das neue „Sneem“-Hotel
eröffnet einen wunderschönen Blick auf Kenmore Bay, den Ring of
Kerry und Carrauntuohill (www.sneemhotel.com). Berühmt für
seinen Irish Coffee ist das „Red Fox Inn“ außerhalb von Glenbeigh.
Organisationen wie www.goireland.com oder www.southwestwalksireland.com
buchen Unterkünfte und Gepäcktransport
online oder vor Ort.
INFORMATION /// Irland-Webseite: www.discoverireland.com (D).
Details unter www.walkireland.ie oder www.kerryway.net (E).
Vor Ort: Killarney Tourist Offi ce, Tel. +35/(0)64/3 16 33.
LITERATUR/KARTENMATERIAL /// Sandra Bardwell: „The Kerry
Way“, Juni 2005 (mit aufklappbarer Karte)