Ski Press World Inc. - IndexSki Press World Inc. - SPORTPRESSE No. 4 | AUG / SEPT 2008 - IndexINFOS KLETTERSTEIGE
Die Höhenangabe in der Überschrift, in Klammern hinter dem Namen
des beschriebenen Klettersteigs, bezeichnet den jeweils
höchsten Punkt, der auf den Touren erreicht wird.
TIPP /// Die Bewertung der Schwierigkeitsgrade bei Vie Ferrate unterscheidet sich vom alpinen
Klettern (z.B. nach UIAA). Berücksichtigt werden klettersteigtechnische Anforderungen und alpine
Rahmenbedingungen. Diese richten sich z.B. nach Höhenlage, Steilheit des Felsgeländes, Exponiertheit,
nötiger Klettersteigerfahrung, Kraftaufwand, Aussicherung der Steige und vor allem den
technischen Schwierigkeiten, zu denen auch die Trittsicherheit im ausgesetzten Gelände gehört. Die
Skala verläuft von KS 1 (sehr einfache Klettersteige) bis KS 6 (äußerst schwierige Klettersteige). Tipp:
Mit kurzen einfachen Steigen anfangen und immer das Wetter im Auge behalten. Klettersteige können
bei Unwettern extrem gefährlich werden, da die Blitzeinschlaggefahr bedingt durch die Stahlversicherungen
hoch und ein schneller Rückzug aus der Route meist nur bedingt möglich ist.
FITNESS & PSYCHE /// Körperliche Fitness ist entscheidend für den Genuss eines Klettersteigs; die
Erfahrung im Gelände kann sie freilich nicht ersetzen. Es ist wichtig, physische und psychische Belastungen
in der unbekannten Umgebung simultan und langsam zu entwickeln. Beim Klettersteiggehen
sollten Überreaktionen (Panik) vermeiden werden.
INFOS IM INTERNET /// www.bergsteigen.at | www.klettersteig.de | www.via-ferrata.de
KLETTERTRAUM AM HOCHKÖNIG
KÖNIGSJODLER (2.875 m), SALZBURGER LAND
Wer einen VW-Bus besitzt, kann gleich am Parkplatz in
Dienten übernachten. Schon gegen 7 Uhr brechen Theo,
Stefan und ich auf. Der „Königsjodler“ fordert seine
Zeit. Erst 2001 wurde er in meisterhafter Routenführung
angelegt. Dieser Steig zieht alle Register, um aus einem
normalen Bergtag, einen unvergesslichen zu machen:
Mit einem Flying Fox wird eine Schlucht überquert, den
„Jungfrauensprung“ überwindet man im Spreizschritt
und klettert vertikal, querend und Grate überschreitend
über Türme und Spitzen, vom Schatten in die Sonne hinauf. Als wir am südlichen hohen
Kopf aussteigen, ist noch lange nicht Schluss. Der Abstieg über das Birgkar wird sogar
für den Bergführer zur kleinen Prüfung. Theo, der gerne Gewicht spart, ist mit leichtem
Schuhwerk unterwegs – doch in der Scharte liegt verdammt viel Schnee. Rutschend
und mit patschnassen Leichtbergschuhen kommt er unten an. Ratgeber: Wer den König
früh in der Saison beginnen will, muss für den Abstieg Steigeisen mitnehmen. Variante:
Vom Ausstieg weiter zum Matrashaus – dort übernachten. Der Abstieg über die Birgkarscharte
ist kaum gesichert und führt steil durch oftmals wegloses Gelände.
ZEIT /// 9 Stunden | HÖHENMETER /// 1.700 | PROFIL /// sehr anspruchsvoll | TALORT /// Dienten |
ABSTIEG /// Birgkarscharte | INFO /// Tourismusverband Dienten, Tel. +43/(0)64 61/263
XXXXXX XXXXX XXX XX X |
21 2