Ski Press World Inc. - IndexSki Press World Inc. - SPORTPRESSE No. 3 | JUNI / JULI 2008 - Index58
| REI RREISE
ISE SE
WANDERN | Zu den schönsten Wandergebieten zählt die
Ostküste mit ihrem Hinterland. Die höchsten Gipfel des
Supramonte und des Gennargentu reichen bis ca. 1.800
Meter. Trinkwasser gibt es in den karstigen Bergregionen
kaum, und Wegmarkierungen sind rar. Wanderungen
sind das ganz Jahr möglich. Im Winter kann oberhalb
von 1.000 Metern Schnee liegen. Ein Höhepunkt ist der
anspruchsvolle 7-Tage-Trek Sentiero Selvaggio Blu (mit
Abseilsstellen) an der Ostküste. Guiding: Keya Sardegna
(Orosei), Tel. +39/07 84/982 95, +39/348/653 06 82,
www.keya-sardegna.it
www.sardiniahikeandbike.com
KAJAK | Gerade entlang der steilen Felsküste im Osten
lassen sich per Boot einsame Plätze erkunden, die
zu Fuß nicht oder nur sehr schwierig erreichbar sind.
Vorher über Seewetter und Wellengang informieren!
Guiding und Vermietung von Seekajaks: Keya
Sardegna (Orosei, Ostküste), Tel. +39/07 84/982 95,
+39/348/653 06 82, www.keya-sardegna.it;
Anfi bia (Bosa, Westküste), Tel. +39/328/831 51 17,
www.anfibia.it
SURF & KITE | Die weiten Sandstrände im Süden rund
um Chia bieten beste Bedingungen für Surfer und Kiter.
Beste Jahreszeit: Frühjahr und Herbst. Da es nur wenige
Stationen gibt, sollte man eigenes Material mitbringen.
Spots: Norden: Capo Testa, Porto Pollo. Süden: Chia,
Santa Margherita, Isola di S. Antioco, Geremeas.
Osten: Golfo di Orosei. Surfstationen: Lentischi Beach
Club (Chia), Tel. +39/335/701 59 59,
www.windsport.it; Windsurf Village (Porto Pollo),
Tel. +39/07 89/70 40 75, www.windsurfvillage.de
SEGELN | Toprevier für Segler ist die Costa Smeralda
im Nordosten. Von halbtägigen Exkursionen zum
Mitsegeln bis zum Chartern einer Luxusjacht ist
alles drin. Segelreisen: www.weltweit-urlaub.de/
segeltoerns/sardinien.php; Segelinfos allgemein:
www.sardinien.com/sport/segeln.htm;
www.portidellasardegna.org
TAUCHEN | Neben Riffen und Felsen liegen auf dem
Meeresgrund zahlreiche Wracks. Zwischen Cagliari
und Villasimius liegen sogar einige Kriegsschiffe aus
dem 2. Weltkrieg. Saison von März bis November.
Tauchschulen: Oceanblue Diving (Kala e Moru,
Südküste, deutsch), Tel. +39/32 00 51 76 72,
www.oceanblue-diving.com
KAJAK – Romantische Flüsse, wilde Steilküste
Noch am Abend nach der Wanderung macht Guide Gavino die Seekajaks
klar. Denn der Nationalpark Golfo di Orosei bietet nicht nur wanderbare Berge,
sondern auch eine zauberhafte Steilküste mit Höhlen, Grotten und jeder Menge
versteckter Strände und Buchten – ideal für eine Paddeltour mit dem Seekajak.
Doch das Donnergrollen am nächsten Morgen verheißt nichts Gutes. Minuten später kommt Gavinos
Anruf. „Neuer Plan!“ Das Meer ist wegen des schlechten Wetters zu aufgewühlt. Doch Gavino weiß
eine Alternative. Zwei Stunden später gleiten die Kajaks fast lautlos an den dicht bewachsenen
Schilfufern des Rio Posada entlang. Langsam verziehen sich die Gewitterwolken. Ein bunter Eisvogel
fl attert aus seinem Binsenversteck. Blesshühner gehen auf Tauchstation und poppen plötzlich
unerwartet in der Nähe des Kajaks hoch. Am Himmel dreht ein Seefalke seine Kreise. Schnappende
Fische hinterlassen mit leisem Glucksen runde Kringel auf der Wasserfl äche und ... fl upps! ... einer
springt übers Boot und Nadja direkt ins Gesicht. „Iiiihhh – so eng muss der Kontakt zur Natur dann
doch nicht sein!“
SURF & KITE – Den Wind in den Händen
Mirco Babini ist ein Surfer wie aus dem Bilderbuch. Blaue Augen, dunkelblonde
Haare, vom Wind zerzaust, Baggy-Shorts und braungebrannter Body.
Er kommt aus Norditalien, zigeunerte als Windsurf-Profi unzählige Male um die
Welt, immer auf der Suche nach den besten Spots – und beschloss schließlich,
in Chia sesshaft zu werden. Und das nicht ohne Grund. Denn der kilometerlange Sandstrand
östlich der Klippen des Capo Spartivento ist eine ideale Startrampe für Surfer und Kiter. „Spartivento
bedeutet zwischen den Winden“, erklärt Mirco. Auch heute ist das nicht anders. Gerade
noch blies eine sanfte Brise aus Ost. Doch plötzlich adeln Ponente-Böen aus West die Wellen
mit kleinen Schaumkronen. Also nichts wie raus aufs Wasser. „Ein Fünf-Fünfer-Segel reicht“, ruft
Mirco noch. Mit größerem Tuch muss man sich hier kaum mal abplagen. „Wir haben hier an etwa
280 Tagen im Jahr Wind“, weiß er dank seiner selbst geführten Wetterstatistik. Und Wind bedeutet
für Mirco fünf Beaufort und mehr. In der Abdeckung der Bucht ist der Wind noch etwas böig,
doch weiter draußen pfeift’s beständig. Das Kap beschleunigt den Westwind wie eine Düse. Eine
kleine Felsinsel in der Mittel der Bucht dient als Wellenbrecher und lässt im türkis schimmernden
Glattwasser butterweiche Halsen fast wie von selbst gelingen. Doch Chia kann auch anders. Bei
Tiefdruck wird der Strand zum brodelnden Wave-Spot mit regelmäßigen Sets – Scirocco und
Levante sei Dank. Zum Speedspot wird die Bucht schließlich, wenn der Mistral mit stürmischen
Böen ablandig aus den Bergen des Hinterlandes über den Lentischi Beach faucht. Wem’s dann
am Strand doch zu windig wird, der verkriecht sich einfach hinter die paradiesischen Sanddünen.
Wenn der Mistral mit stürmischen Böen über den
Lentischen Beach faucht, wird die Bucht zum
Speedspot. „Beim Tauchen im Golf von Cagliari
findest du gewaltige Felsformationen – wie ein
Gebirge unter Wasser“, schwärmt Tauchlehrerin
Angie von Ocean-Blue-Diving.