Ski Press World Inc. - IndexSki Press World Inc. - SPORTPRESSE No. 3 | JUNI / JULI 2008 - IndexKurz nach sieben. In der Jugendherberge beginnt das Leben. Doch weniger das Getrappel
der Frühaufsteher als der Gedanke an morgen hält uns vom Weiterschlafen ab.
Einkaufen, Packen, Registrieren – tausend Gedanken schwirren durch den Kopf. Auf dem
Weg zum Supermarkt reden wir nur wenig. Auch die kleine Stadt Kiruna mit
dem typischen Charme einer Bergbausiedlung nehmen wir nur im Vorbeigehen
wahr. Uns wurde geraten, trotz gefriergetrockneter Nahrung, die man bei der
Registrierung bekommt, zusätzlich etwas einzupacken – vor allem Süßes, das
würden wir brauchen. Wir kaufen haufenweiße Powerbars und Schokoriegel.
Guter Plan. Ebenso Flüssigkeit, zwei bis drei Liter für jeden. Schlechter Plan.
Spätestens am Start werden wir die „Hanteln“ in unseren Außentaschen verfl uchen, führt der Weg doch beinahe
ausnahmslos am Wasser entlang. Zurück im Hostel schlägt die Stunde der Wahrheit: Was bleibt da, was geht mit. Der Rest des Gepäcks
fährt per Shuttle ins Ziel. Astrid sieht alles andere als glücklich aus. Noch ist ihre Schuhfrage nicht geklärt, die Arme hatte sich auf einem
Vorbereitungsmarsch eine Schwellung zugezogen. Nach einer Stunde ist der Rucksack voll. Wir schnappen uns das übrige Gepäck und
gehen schnurstracks los, um unsere Startnummern im Camp Ripan abzuholen. Wir sind überrascht: viele Menschen, beladen wie Schwertransporter.
Leichtbekleidung scheint für Skandinavier ein Fremdwort. Monströse Armeeboots, schwere Kleidung und 100-Liter-Rucksäcke
statt Trekking-Boots light und Baselayer extra light. Die „Ausländer“ sind schnell identifi ziert. Menschen aus 14 Nationen treten in diesem
Jahr an. In der Halle sind lange Tischreihen aufgebaut, an denen freiwillige Helfer Namen zu Nummern machen und Starterpakete austeilen.
In der Ecke ist ein provisorischer Outdoorladen eingerichtet. Nummer 13176 und 13175 sind eingecheckt und beobachten eine Weile die
Stimmung. Gerüchte über das Wetter kursieren. Es soll kalt werden? Astrid wird angst und bang. Sie rüstet sich mit einem neuen Secondlayer
aus, wie übrigens viele andere auch. Ich fi nde ein Handtuch – endlich.
Der Wecker musste gar nicht erst zum Aufstehen verhelfen. Wach bin ich im Stundentakt. Die Aufregung ist zu groß – und vor allem die
Angst, beim Packen irgendetwas Wichtiges vergessen zu haben. Nach einer letzten Dusche geht’s mit Rucksack, Bauchkribbeln und noch
müden Knochen zum Camp Ripan, dem Treffpunkt zur Weiterreise an den Startplatz in Nikkaluokta. Eine Stunde fahren wir durch die atemberaubende
schwedische Landschaft, die Lust auf mehr macht. Um 8 Uhr freuen wir uns auf das letzte zivilisierte Frühstück mit Ei, Brot,
Butter, Wurst und Käse – eine Stärkung, die wir bitter nötig haben. Denn schon kurz darauf sehen wir Schwarz auf Weiß, wer und wie viel
uns in den nächsten Tagen durch die Wildnis begleiten wird: 16 und 15 Kilogramm wiegen unsere beiden Rucksäcke. Doch
jetzt gib gibt t ees
es s k kkein
kein ein Zurück mehr, denn alles versammelt sich am Startpunkt. Mit viel Elan und großen Erwartungen machen
wir w wir uns un uns s aauf
auf uf den
Weg zu unserem ersten Etappenziel: die Fjällstation am Kebnekaise. Der Weg führt durch Birkenwälder
und mit Planken PPlan
lanke ke k ausgelegte Moore. Wir sind unendlich aufgeregt und fi nden schnell unser Tempo, schließlich wollen
wir wi wir auf aauf fJona Jonas’ Jonas
(Cheforganisator des Classic) Rat hin am Fuße des Kebnekaise das erste Mal unser Zelt aufbauen. Als
Zwischenstärkung Zwi wisch sc sch s ens en
lockt „Lapp Donalds“, ein kleiner Imbiss inmitten der Wildnis mit saftigen Rentierhamburgern
oder ode d r llecker
eck ecke süßen Waffeln mit Moltebeeren und Sahne. Wir entscheiden uns für die süße Variante und erreichen
schließlich sch schlie ließl ßlic am frühen Abend die Fjällstation und damit den ersten Checkpoint, ein leuchtend blaues Fjällräven-Zelt.
Unseren Uns Unsere eren n ersten Zeltplatz wählen wir, wie geplant, nur einige Kilometer weiter unterhalb des in Wolken gehüllten
Tuolpagorni. Tuo Tuolpa lpago go Stolz, müde, hungrig und gespannt, was uns noch erwarten wird, krabbeln wir, eingepackt in zwei
Lagen, Lag a en en, unter u
unsere Schlafsäcke. Nach einer Stunde haben wir bereits das meiste wieder ausgezogen.
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