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50 Cent „Curtis“
Gewiss hat sich Mr. Jackson, besser bekannt als 50 Cent,
bereits alle erdenklichen Fragen zu seiner Person anhören
müssen. Die aktuelle Standardfrage dürfte lauten:
Wie schafft es ein Superstar und Multiunternehmer wie
er, nach 25 Millionen verkauften Alben – im Zeitalter von
Downloads und kontinuierlich dahinschwindenden Verkaufszahlen
– noch einen draufzusetzen? Easy: Er wirft
einen Blick zurück in die Vergangenheit, begibt sich an
den Punkt, an dem vor fünf Jahren alles anfing und ist
einfach nur 50 Cent.
Gemeinsam mit Dr. Dre und Eminem ging es ins Studio und mit
17 brandheißen Tracks wieder heraus; Hip-Hop at its best. Schon
die erste Nummer, „Amusement Park“, rotiert in den Staaten bereits
auf sämtlichen Frequenzen und Tanzflächen und dürfte sich
auch hier mit ihren pumpenden Beats schnell durchsetzen. Sehr
empfehlenswert ist auch der Track „Ayo Technology“, bei dem
sich 50 Cent mit Timbaland und Justin Timberlake ins Studio gesetzt
hat. Und auch die weiteren Gäste des Albums klingen wie
ein Who Is Who der aktuellen Black Music Hit-Garanten: Mary
J. Blige, Nicole Scherzinger von den Pussycat Dolls oder Robin
Thicke. Rund um die Veröffentlichung des Albums Anfang September
startete 50 Cent auf eine siebenmonatige Welttournee
und liefert heiße Konzerte. Nicht nur, weil dieses Album vielleicht
sein bestes und ehrlichstes ist. Auch weil er nichts, gar
nichts zu verlieren hat. „Ich habe Millionen verdient, ich mache
Musik nicht, weil ich es nötig habe, sondern weil ich es liebe,
neue Songs zu kreieren. Und genau dieses Gefühl will ich auch
mit Curtis transportieren – die Leute sollen daran teilhaben.“
FAZIT /// Bestens geeignet für all jene, die auch beim Ski-
oder Snowboardfahren eher baggy unterwegs sind.
Vanessa Paradis „Divine Idylle“
Vanessa Paradis, was fällt uns dazu ein? „Joe Le Taxi“, ihr
erster Hit von 1987, die Frau an der Seite von Johnny Depp.
Sonst noch was? Frau Paradis ließ sich nicht nur 1992
ihr drittes (und bisher erfolgreichstes) Album von ihrem
Part-time-Lover Lenny Kravitz produzieren, sie taucht
auch in ausgesuchten Filmproduktionen und eben mit
immer wieder neuen CD-Veröffentlichungen auf. Man(n)
kann Frau Paradis ein nach wie vor attraktives Äußeres
bescheinigen, und auch ihre Stimme ist einzigartig in der
Welt so austauschbarer Popsternchen.
Aber auch die musikalischen Basics stimmen und werden beim
aktuellsten Audiowerk des ehemaligen Chanel-Models herausgearbeitet.
Die meisten der elf Songs hat sie selbst geschrieben
und anschließend mit ihrer musikalischen Familie ausgearbeitet.
Die Texte sind französisch. Die Musik – nun, stylistisch wurden
sowohl der Ärmelkanal als auch der Atlantik überquert, ohne
dabei jemals auch nur einen Fuß außerhalb der Stadtgrenzen
von Paris zu setzen. Die Single „Divine Idylle“ beginnt mit einem
Echo der Temptations: Händeklatschen, dicker, runder Bass,
dazu eine treibende Gitarre – verbunden zu einem zeitgemäßen
RNR-Song, der in drei Minuten drei Dekaden Musikgeschichte
dokumentiert. Der Song „Les Piles“ wiederum erinnert an Iggy
Pops „The Passenger“ – und quirlt auf durch Vanessas einzigartige,
laszive Stimme. Und genau dieses Element sticht auf der
gesamten Albumlänge immer wieder heraus. Ihre Stimme ist
mehr als zuckersüß, mehr als „erotique“... Sie gibt den Songs
ein Wasserzeichen, das fälschungssicher ist. „Divine Idylle“ ist
ihre Interpretation von kraftvollem und energetischem Pop.
FAZIT /// Bestens geeignet für den lauschigen Abend mit
dem Après-Skihaserl.
The Rolling Stones „The Biggest Bang“ (DVD)
Die neue SkiPresse-Medienseite wird Ihnen präsentiert von Oliver Frehse, frehse@rocket-medien.de
The Dogs „Tall Stories From Under The Table“
„We are the dogs, we are the dogs!“ Kennern der britischen
Gitarrenmusik dürfte der Schlachtruf nicht unbekannt
vorkommen. Doch während Mod-Sein mehr Mode
denn Haltung ausdrückt, machen sich fünf Herren daran,
das Erbe von The Jam oder The Clash und den Beatles in
das neue Jahrtausend zu transferieren. Dabei räumen die
Dogs alle Plagiatsvorwürfe kompromisslos aus dem Weg,
auch wenn Johnny Cookes Stimme der von Paul Weller
zum Verwechseln ähnlich klingt. Das Quintett verfolgt
einen eigenen Ansatz auf den Pfaden des Rock’n’Roll.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends finden sich die Mitglieder
zusammen und spielen sich und ihren Mix aus Post-Punk und
Brit-Pop engagiert durch die Kneipen Londons; vorwiegend im
Hipster-Stadtteil Camden. Die Band: Johnny Cooke (Gesang), Rikki
Mehta (Lead-Gitarre), Luciano Vargas (Gesang, Gitarre), Duncan
Timms (Bass) und Rich Mitchell (Schlagzeug). Sie werden schnell
vom einem Major Label gesignt, die The Dogs jedoch mit ihrer verkrampften
Suche nach dem nächsten großen Ding in die falsche
Richtung schicken. Inzwischen sind sie von einem kreativen
Indie-Label unter Vertrag genommen und haben schnellstens ihr
zweites Album „Tall Stories From Under The Table“ produziert. Zwölf
knackige Songs, die die Dogs nun absolut sicher in die Herzen aller
Freunde der „1,2-aufdieZwölf“-Gitarrenmusik katapultieren werden.
Wer die Stereophonics mochte und The Jam geliebt hat, wird hierin
die Zukunft des britischen Rock’n’Roll sehen. Und bei „Let It Lay“
haut sogar Edel-Fan und Kumpel Paul Weller von The Jam in die
Tasten. Er hat die Jungs auch schon mal als legitime Nachfolger
seiner ersten Combo geadelt.
FAZIT /// Twangguitar at its best. Und bestens geeignet
für lockere Beine.
2005 begannen die Rolling Stones die bis dahin aufwändigste und größte Tour ihrer mehr als 40-jährigen Bandgeschichte und stellten, was Größe
der Bühnen und Aufmachung der Shows betrifft, selbst die Superlativen der vorangegangenen Tourneen in den Schatten. Mit einem Einspielergebnis
von fast einer halben Milliarde (!) Dollar ist die „A Bigger Bang“-Tour schon jetzt die erfolgreichste Rock-Tournee aller Zeiten. Einer solchen Größenordnung
kann eine einzelne DVD nicht gerecht werden, deswegen der hier empfohlene Tourmitschnitt „The Biggest Bang“ als Box mit vier DVDs.
„The Biggest Bang“ enthält die zwei kompletten Konzerte aus Austin, Texas und Rio De Janeiro, bei dem mehr als eine Million Fans am berühmten Strand von
Copacabana dabei waren, sowie Höhepunkte der Shows aus Japan, Argentinien und China, wo die Stones zum ersten Mal in ihrer Karriere spielen durften. Neben
zahlreichen Klassikern wie „Sympathy For The Devil“, „Start Me Up“ oder „Satisfaction“ enthält die DVD auch einige bisher nie auf CD oder DVD erschienene
Live- und Coverversionen wie „Night Time Is The Right Time“ oder „Get Up, Stand Up“. Prominente Unterstützung erhalten die Stones durch Gastauftritte u.a.
von Bonnie Raitt, Dave Matthews oder Eddie Vedder von Pearl Jam. Abgerundet wird die DVD-Box durch diverse Aufnahmen hinter den Kulissen und den Auftritt
während des „Super Bowl“-Finales 2006.
FAZIT /// Mit mehr als 55 Songs und einer Gesamtspielzeit von mehr als sieben Stunden kann dieses Produkt allen alten und neuen Stones-Fans
ans Herz gelegt und mit bestem Gewissen empfohlen werden.