Ski Press World Inc. - Index

Ski Press World Inc. - Deutschland_2007_2008 - Index

88 |
BLACK MAGIC
Beim ersten kurzen Smalltalk mit den vier Jungs und Theresa hatte
wohl keiner so richtig Ahnung davon, was ihn oder sie erwartet. Aber
schon mit dem ersten kurzen Blick in die Turnhalle wurden weitere
Worte überflüssig. Jedem wurde schnell klar, was mit dem angekündigten
Koordinationstraining gemeint war. Besonderes Highlight: ein
großes Trampolin mit anschließender Schnitzelgrube, das besonders
Marinus ins Schwärmen versetzte. Switch Frontflips, Double Backflips,
Kork 720° – kein Problem!! Und so war es dann auch. Aber eins
nach dem anderen.
Wie üblich (sollte man meinen) begann der Trainingstag mit vernünftigem
Aufwärmen. Beweglichkeit schien nicht die allergrößte
Stärke des Teams, aber durch eindringliches Zureden und viel Überzeugungsarbeit,
wie wichtig aufgewärmte und vorgedehnte Muskeln
zur Verletzungsminimierung sind, haben letztlich alle ohne zu mucken
die verschiedenen Arten von Beweglichkeitstraining über sich
ergehen lassen. Der Ehrgeiz wurde dank kleiner Teilerfolge nach
kürzester Zeit geweckt, und selbst das Quälen an der Ballettstange
wurde für Theresa, Marc, Marinus, Bartosz und JoJo schnell
erträglicher. Sicherlich wird schon alleine die neu erlernte „Aufwärm-Performance“
des Teams beim nächsten Contest ziemlich viel
Aufsehen erregen ...
Hauptziel dieses zunächst ersten Projekts war es, grundlegende
allgemeingültige Schlüsselfertigkeiten, zum Beispiel das richtige
Abspringen und Landen, zu schulen.
Theresa fand es vor allem erstaunlich, wie hilfreich die Arme beim
Absprung sein können, und wie die Impulserhaltung letztlich biomechanisch
funktioniert.
JoJo sprang anfänglich nur über seine Schulter ab, was natürlich
den einen oder anderen sauber gesprungenen Kork 720° zur Folge
hatte. Aber die immer gleiche Art des Absprungs macht zum Beispiel
perfekte Front- und Backflips unmöglich. Nach ein paar bewusst
gesprungenen Frontflips in die Schnitzelgrube konnte er zwischen
den verschiedenen Achsen unterscheiden – Erfahrungswerte, die
selbst noch so versierte Rider weiterbringen.
Marinus setzte alsbald sein Vorhaben eines ersten Double Backflip in
die Tat um. Natürlich erst einmal in die Schnitzelgrube. Wenn er die
Grube nicht gehabt hätte, wäre er vermutlich eines Tages vor einem
Kicker irgendwo auf einem Gletscher gestanden und hätte es einfach
darauf ankommen lassen müssen. Ohne Vorerfahrung. Wahnsinn!
Bartosz musste durch sein aggressives Absprungverhalten ständig
seine herumfliegenden Kopfbedeckungen in der Grube suchen und
erntete von der ab und zu vorbeischauenden Hallenwärterin verdutzte
Blicke. Sonst benutzen ja nur die so bodenständigen und adretten
Turner und Turnerinnen das Leistungszentrum. Und die kämen nie auf
die Idee, immer mit Stirnband, Cap oder Mütze zu springen.
Nach einigen Stunden und mehreren hundert Fotos waren sich alle
mit ihren ausnahmslos verschwitzten und lachenden Gesichtern einig:
Das Training war ein voller Erfolg und sicherlich keine einmalige
Veranstaltung. Durch die Kombination verschiedenster Koordinationsübungen
konnte jeder einzelne die eine oder andere neue Erfahrung
machen, die hoffentlich in der kommenden Saison helfen wird, aber
auf alle Fälle den persönlichen Horizont erweitert hat. Besonders für
die jungen aufstrebenden Fahrer muss „Airtime-Training“ unbedingt
forciert werden. Die Erfahrungswerte, die das Black Magic Team an
diesem Tag sammeln konnte, sind in der Natur und insbesondere im
hochalpinen Gelände Gold wert. Fortsetzung folgt …
GLEICHGEWICHTSSCHULUNG VON BALKEN ZU BALKEN |
„Das Gleichgewichtsgefühl wird gefördert, indem man auf einer
schmalen Fläche (10 cm, z.B. Balken) entlangläuft, sich darauf dreht
oder von Balken zu Balken 180er oder 360er springt.“
„Das Landen nach komplexen Sprüngen will geübt sein. Das weiche und
gleichmäßige Abfedern in Sprung-, Knie- oder Hüftgelenk erfordert viel
Bewegungserfahrung. Die zusätzliche Anweisung, nach dem Sprung vom
Balken drei Sekunden in einer kompakten Position stehenzubleiben, stellt
vor allem Ungeübte vor eine schwierige Aufgabe.“
ABSPRUNG- UND LANDESCHULUNG | Links: „Auch das richtige Abspringen ist schwierig, ebenso das
Einspringen – beispielsweise in eine Quarterpipe. Durch häufiges Training an unterschiedlich harten
Sprungbrettern lernt man, den Absprung im Schnee besser einzuschätzen.“
Rechts: „Der Anlauf auf das Minitramp simuliert die Anfahrt auf den Kicker, der leicht federnde
Sprungtisch (kurzer Kontakt) gewährt längere Airtime (hier JoJo mit Kork 540°). Die dahinter liegende
Superweichbodenmatte ist eine hervorragende psychologische Unterstützung.“
VOM TRAMPOLIN IN DIE GRUBE | Links: „Für das Erlernen von Sprüngen in den verschiedenen Achsen
benötigt man viel Zeit in der Luft, ohne sich um die Landung kümmern zu müssen. Jede Aktion, ob mit dem
Kopf, mit den Schultern, aber auch mit Armen und Beinen, ruft andere Reaktionen hervor. Das Einleiten von
‚verdrehten‘ Flips bedarf gut ausgebildeter Körperkoordination. Gerade das Eindrehen über die Schulter
muss automatisiert sein.“
Rechts: „Jede Form von Längs-/Breitenachsendrehungen oder Kombinationen daraus müssen anfänglich
separat trainiert werden, um kein Chaos im Kopf zu fabrizieren. Erst dann sollte man sich an Double oder Triple
Backflips – wie hier Marinus – wagen. Hier liegen die größten Gefahren, wenn es später in den Schnee geht.“
DAS BLACK MAGIC TEAM IST „POWERED BY“ SKIPRESSE UND: