Ski Press World Inc. - IndexSki Press World Inc. - Deutschland_2007_2008 - IndexTurnen ist eine Grundsportart, von manchen Hardlinern sogar als die
Mutter aller Sportarten bezeichnet. In kaum einer anderen wird die
körperliche und geistige Vielseitigkeit in einem so hohen Maß trainiert
wie im Turnen. Bewegungs-Koordination, insbesondere Orientierung,
Gleichgewicht, Rhythmisierung, Reaktion und Differenzierung sowie
Eleganz und Beweglichkeit, sind die Grundbausteine des Geräteturnens.
Was Sprünge mit Überkopfdrehung betrifft, steht das Turnen
mit seiner langen Geschichte wohl auf Platz eins der Sportarten mit
den meisten Erfahrungswerten und methodischen Übungsreihen zum
Erlernen komplexer Bewegungsabläufe in der Luft. Sucht man die
Verbindung zum Freeriden, lassen sich diese oben genannten sportwissenschaftlichen
Definitionen für beide Sportarten nahezu eins zu
eins austauschen. Gerade deswegen stellt das etwas zweckveränderte
Turnen eine hervorragende Basis zur Optimierung verschiedenster
Bewegungsabläufe dar, besonders für den Funpark und das Backcountry.
Lange Airtime, Flips und Spins lassen sich hervorragend in
speziell ausgestatteten Turnleistungszentren umsetzen. Der größte
Vorteil besteht in der Möglichkeit, komplizierte Manöver zum einen
Schritt für Schritt zu erarbeiten, zum anderen die Verletzungsgefahr
auf ein Minimum zu reduzieren.
Ein Blick in eine Turnhalle mit feststehenden Geräten und Hilfsgeräten,
gepaart mit etwas Vorstellungsvermögen – schnell ergreift einen das
kindliche Gefühl, auf einem Spielplatz für „Luftakrobatik-Junkies“ zu
stehen. Große Trampolins und Trampolinbahnen mit anschließender
Schnitzelgrube (eine bis zu zwei Meter lange Grube mit unzähligen
Schaumstoffschnitzeln), ein Haufen verschiedenster Absprunghilfen und
Superweichböden, die all nur danach schreien, die ersten Double Backflips
oder Rodeos der bevorstehenden „Saison“ möglich zu machen.
Gemeinsam mit dem Black Magic Team ist es uns gelungen, ein Sommertraining
gezielt auf die Bedürfnisse der Jungs und Mädels – und somit
auch all derjenigen, die viel Zeit in der Luft verbringen – in Angriff zu nehmen.
Nach ein paar Telefonaten war schnell ein Termin gefunden, um das
erste Training durchzuführen und zu dokumentieren. An einem sonnigen
Montagmorgen im August trafen sich alle Beteiligten im Landesleistungszentrum
des Bayerischen Turnverbandes in München.
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Ein Teil des Black Magic Teams absolvierte im August unter der Anleitung des Autors Rainer
Higgelke ein ungewohntes, jedoch sehr effektives und hilfreiches „Trockentraining“. Im
Folgenden einige der Übungen, die auf dem Programm standen. Rainer erklärt uns, worum es
dabei geht, und wofür die Übungen gut sind.
Wer mehr Fragen zum Thema hat oder mehr von Rainer Higgelke zum Turnen und Sommertraining
erfahren möchte, kann ihn direkt anschreiben: rainer.higgelke@sport.tu-muenchen.de
BALLETTSTANGE | Links: „Beine in exakt definierten Achsen und Ebenen durch eigene Muskelspannung
halten zu können, erfordert Zeit und viel Korrektur. Diese ‚aktive Beweglichkeit‘ hilft bei stylishen, extrem
gegrabten Airs.“
Rechts: „Klassisches Stretching mit Hilfsmitteln oder Hilfestellung (‚passive Beweglichkeit‘) ist eine
Voraussetzung für das aktive Halten maximaler Gelenkwinkel. Durch verschiedene Dehntechniken, die
unsere Nervenmuskelbahnen etwas austricksen, stellen sich verhältnismäßig schnell Erfolge ein. Die
dargestellten Arten der aktiven und passiven Beweglichkeit sind ideales Trockentraining und senken
vor allem das Verletzungsrisiko.“