Ski Press World Inc. - Index

Ski Press World Inc. - Deutschland_2007_2008 - Index

medialounge
medialounge
wird ihre Wahlheimat. 1997 kommt es zwischen Doug und der Bergführer-Vereinigung vom Jackson Hole
Mountain Resort zu einem heftigen Streit – mit Folgen: Doug darf dort nicht mehr länger als Guide arbeiten.
Emily und Doug behalten zwar in Jackson ihren Wohnsitz, verlegen aber den Hauptsitz der „Steep Skiing
Camps Worldwide“ nach La Grave in Frankreich. Das verursacht zunächst relativ viel Aufruhr, bremst die
beiden aber nicht im Geringsten. Die Camps laufen gut, und Doug ist gefragter denn je. Er reist quer über
den Globus – in Europa, Neuseeland, Kirgisien, Südamerika und der Antarktis stehen Contests, Filmdrehs,
Foto-Shootings, Camps und Expeditionen auf dem Programm. Verschnaufpausen gibt es kaum, bis 2004
sein Sohn David geboren wird. „Sein ganzer Stolz“, sagt Victor Roy, ein alter Freund der Familie, und
erzählt eine Geschichte über Davids erste Schritte auf zwei Brettern: „Der kleine David saß auf Papas
Schultern und rief: ‚Schneller Papa, schneller!‘ Doug hielt an, setzte seinen Sohn mit seinen kleinen Ski
auf die Piste, gab ihm ein paar Tipps und fuhr los. David hinter ihm her, zwei perfekte Kurven als allererste
Schwünge – und dann direkt in die Arme des Vaters. Da funkelten Dougs Augen vor Freude und Stolz. Ein
wundervoller Moment.“
Wundervolle Momente gab es viele. Für Doug Coombs, wenn er mit seiner Frau Emily einsame Bergwelten
entdeckte und durch den weißen Pulver schoss oder mit seinem Sohn David spielte. Aber auch für die
Menschen, die mit ihm kurz oder lang in Berührung kamen. „Doug hat mir durch seine Art zu leben die
Freude in mein Leben zurückgebracht“, sagt David Gonzalez, ein guter Freund und Weggefährte. Ebenso
John Cooley: „Doug hat mich gelehrt, was ich längst verlernt hatte: einfach mit dem Schnee zu spielen. Er
war ein wundervoller Schneetänzer.“ Das faszinierte auch Mark Newcomb – ein guter Freund, der mit Doug
zusammen den als unbefahrbar geltenden Otter Body am Grand Teton (4.197 m) in Wyoming bezwang.
„Einen 900 Meter langen, senkrecht nach unten verlaufender Berghang mit einem Gefälle zwischen 45 und
50 Grad ist er wie eine normale Skipiste runtergefahren. Unglaublich“, meint Newcomb. „Aber Doug war
nicht nur einer der größten Skifahrer, er war ein toller Vater, guter Freund und spielte verdammt gut Schach.
www.hintertuxergletscher.at
www.hintertuxergletscher.at
www.skipressworld.com |
79
Das drückte sich auch in seinem Fahrstil aus. Er dachte
beim Skifahren immer ein paar Schwünge voraus, konnte
blitzschnell reagieren und wusste genau, was er tat. Das
verlieh ihm diese Leichtigkeit. So zog er locker und leicht
seine Schwünge, egal wie steil die Berge in den Alpen oder
Alaska auch waren. Ich habe ihn nie verlieren sehen.“
Am 3. April 2006 verliert Doug Coombs sein Leben: Am
frühen Morgen spielt er noch mit seinem Sohn David in der
Wohnung. Das Wetter in La Grave ist traumhaft. Berge wie
der Téléphérique de la Meije funkeln im Sonnenlicht. Nicht
eine Wolke verdeckt den stahlblauen Himmel. Emily lacht.
Nichts scheint dieses Idyll in den französischen Alpen
stören zu können. Nichts. Doch dann ist plötzlich alles
anders, alles aus. „Aber es hat keinen Zweck, sich über
Warum, Wieso und Weshalb den Kopf zu zerbrechen“, hatte
Doug Coombs anlässlich einer Gedenkfeier für Heather
Paul im Grand Teton National Park im Juli 2005 selbst
gesagt. „Es war einfach ein Unfall. Man kann es nicht
ändern und dabei sollte man es auch belassen. Die Natur
ist unberechenbar und hat ihre eigenen Gesetze.“
www.dougcoombs.com • www.dougcoombsmemorialfund.com
www.k2coomba.com