Ski Press World Inc. - IndexSki Press World Inc. - Deutschland_2007_2008 - Index48 | REISE
13.00 Uhr. Bergenhof Restaurant
Blauer Himmel, Sonne – Zeit für einen Stop auf der Terrasse des Bergenhof Restaurants direkt an der
Piste. Wir fläzen uns in die Liegestühle – in Piz-Buin-Stellung. Aus den Boxen am Sun-Deck tönt gedämpfter
Reggae-Sound. Leichter Wind trägt ein appetitliche Duftwolke vom Grill herüber – Steaks oder
frisch gebratene Burger? Kaiserschmarrn gibt’s hier jedenfalls keinen. Dafür Nudeln, Pizza und Burritos
bis zum Abwinken.
Check 3 – Hütten | Kleine, urige Almhütten wie in den Alpen? – Fehlanzeige. Die Hütten im Skigebiet sind
allesamt perfekt durchorganisiert, moderne Food-Stationen. Wohlfühlen kann man sich trotzdem, auch
wenn der letzte Funken Charme fehlt.
17.00 Uhr. 0 2 Lounge Breckenridge Village
Puhh, die letzten Runs gingen ganz schön auf die Pumpe. Kein Wunder, der „Imperial Chair“-Sessellift endet
erst auf 3.962 Metern. Und die Powder-Bowls der Kategorie „Double Black Diamond“ am Peak 7 waren
auch nicht gerade ohne. Jetzt noch Après-Ski mit Skistiefel-Tanz und „Anton aus Tirol“? No, thanks! Der
Barkeeper hat eine bessere Idee. „Das wirkt Wunder“, verspricht er. Er schiebt eine Cola über den Tresen,
„verkabelt“ meine Nase mit zwei dünnen Plastikschläuchen – und schon beginnt die Sauerstoff-Dusche.
Kein Witz, in der „O2 Lounge“ an der Hauptstraße gibt’s das tatsächlich. Und die eMails kann ich hier auch
gleich abrufen. Das Wetter zu Hause? 14 Grad und Regen – die Armen!
Check 4 – Après-Ski | Lokalitäten für ein Après-Bierchen gibt’s in Breckenridge, Vail, Beaver Creek und
Keystone genügend. Wer aber Remmidemmi à la Schirmbars sucht, tut sich in Colorado hart. Tipp: Ein
gemütlicher Drink am offenen Kamin oder im Whirlpool unterm Sternenhimmel – beim Après-Ski beweisen
die Amerikaner Stil. Nachtschwärmer kommen vor allem in Breckenridge und Vail auf ihre Kosten.
3. TAG | 9.00 Uhr. Keystone, Dercum Mountain
Alan, unser Guide am heutigen Tag, macht keinen besonders glücklichen Eindruck. „Sorry guys, no
cat-skiing today!“ Unser Powder-Trip mit der Pistenraupe zu den Tiefschnee-Hängen der „Bergman Bowl“
und „South Bowl“ fällt aus. Denn die Sonne der letzten Tage hat den schönen Pulverschnee unter einem
fiesen Harschdeckel versiegelt. „Aber ihr werdet heute trotzdem noch Pulver unter die Ski bekommen“,
verspricht Alan. Nach ein paar Aufwärm-Runs auf wieder fast leeren Pisten nehmen wir den Vierersessel
„Outback Express“ zum Wapiti Peak. Die Bäume reichen hier fast bis zum Gipfel. Hier liegt tatsächlich noch
Pulver. „The Trap“ – die Falle – lautet der treffende Name der Variantenabfahrt. Denn wer nicht schnell
genug reagiert, steuert zwangsläufig auf einen der Kiefernstämme zu und ist ruckzuck gefangen in einem
Labyrinth aus Bäumen. Grinsend wartet Alan am Ende des Runs. „Ich weiß noch was Nettes“, sagt er, was
wohl soviel heißen soll wie: „Es gibt noch mehr Gemeinheiten, um euer Skikönnen zu testen.“ Am Einstieg
in den „Wolverine“-Run wird die Ahnung zur Gewissheit: Eine Buckelpiste, länger als das Auge den Berg
hinabreicht, gespickt mit Bäumen. Der Rodeo-Ritt kann beginnen ... yipiiieeeh!
Check 5 – Landschaft | Die Rockies in Colorado unterscheiden sich deutlich von den Alpen. Meist liegt die
Baumgrenze nur knapp unterhalb der Gipfel. Obwohl die Skigebiete bis auf fast 4.000 Meter reichen,
wirken sie weniger hochalpin als viele Resorts in den Alpen. Denn schroff aufragende Felsmassive gibt
es deutlich weniger. Dafür reizt bei Neuschnee Treeskiing mit Märchenwald-Charme.
12.30 Uhr. Keystone, Alpenglow Stube
Nobel, nobel: Streicheleinheiten für die Zehen am Eingang der „Alpenglow Stube“ auf dem Sattel des North
Peak. Sie dürfen raus aus den harten Skistiefeln und schlüpfen in flauschig weiche Schaffell-Pantoffel. Es
wäre auch zu schade um das gute Parkett! Im offenen Kamin knistert das Feuer. Der Küchenchef präsentiert
jede Delikatesse des Mittagsmenüs persönlich. Als Hauptgericht: Büffel- oder Lammsteak. Serviert mit
kalifornischem Rotwein. Zuvor wartet ein Büffet mit erlesenen Salaten und Seafood. Bon appétit!
Check 6 – Gastronomie | Ei, Bratkartoffeln und Schinken zum Frühstück; Pommes, Steaks und Burger am
Mittag oder Abend – Cowboys mögen’s deftig, auch beim Skifahren. Aber es geht auch anders. Ob im
Ort oder am Berg, die Vail Resorts bieten eine große Auswahl an Gourmet-Restaurants. Vorsicht beim
Italiener: Mediterrane Küche interpretieren amerikanische Köche anders als europäische.
5. TAG | 8.30 Uhr. Interstate Highway 70, Richtung Beaver Creek
Ski und Rucksäcke in den Geländewagen – nix wie los nach Beaver Creek! Dort hat es in der Nacht kräftig
geschneit. Die Bäume wirken wie mit dickem Zuckerguss glasiert – ein Wintermärchen. Die samtweich
präparierten Pisten lassen wir heute links liegen. „Stone Creek Chutes“ heißt das neue Freeride-Paradies
am Rande des Skigebiets. Wir stauben im lichten Wald steile Schneisen und Rinnen hinab.
INFO VAIL RESORTS
Mal keine Burger: Gourmet-Lunch in der
„Alpenglow“-Stube in Keystone