Ski Press World Inc. - Index

Ski Press World Inc. - Deutschland_2007_2008 - Index

in Zinal die Backside der wahre Höhepunkt. Am Gipfel des
Corne de Sorebois müssen wir uns entscheiden: Entweder
geht es in westlicher Exposition hinunter zum Lac de Moiry
oder aber nördlich in Richtung Mottec. Endpunkt beider
Routen ist der Nachbarort Grimentz. Der Schnee verspricht
nordseitig besser zu sein, da sich die intensive Sonne
schon über die Westhänge hergemacht hat. Somit ist unsere
Entscheidung gefallen. Zwei riesig lange Hänge öffnen
sich uns, als wir die schwarze Piste nach links verlassen.
Vor uns sind hier schon einige gefahren. Nichtsdestotrotz
finde ich noch genug Platz, um meine Spur genüsslich
in den Schnee zu legen. Über Almwiesen und schließlich
durch den Wald geht es hinunter nach Grimentz. Im Ort
angekommen, überlegen wir kurz, ob wir noch eine Stippvisite
in das dortige Skigebiet unternehmen sollten. Da es
jedoch schon drei Uhr am Nachmittag ist, beschließen wir,
doch lieber den Bus zurück nach Zinal zu nehmen, um dort
ein wenig durch den urigen Ort zu schlendern und mit den
Locals Karneval zu feiern.
St. Luc – Das Puppendorf | Für den nächsten Tag steht
St. Luc auf unserem Plan. Mein jahrelanger Skipartner
Jochen Reiser verbringt hier schon seit einigen Jahren
| www.skipressworld.com 43
Ski-“Bowl“-ing im Backcountry von St. Luc Grandiose Ausblicke in die Bergwelt von Zinal
seine Winter und freut sich bereits darauf, uns ein wenig das Skigebiet zu zeigen. Das Wetter ist heute
wortwörtlich auf unserer Seite. Während in Zinal die Wolken den ganzen Morgen über dem Berg hängen,
liegt das weiter vorne im Val d’Anniviers gelegene St.Luc in der Sonne. Mühsam arbeitet sich unser Auto
die steile Straße hinauf auf die 1.650 Meter hoch gelegene Sonnenterasse von St. Luc. Die traditionellen,
für das Wallis typischen Holzhütten erinnern an ein Puppendorf. Doch es ist Realität, und die Lage auf der
Westseite des Berges macht St. Luc zu einem der sonnenreichsten Plätze der Schweiz.
Statt den Funiculaire von St. Luc aus zu nehmen, fahren wir weiter ins benachbarte Chandolin, wo wir
Jochen am Lift treffen. Schon die ersten Eindrücke von diesem Ort zeigen uns, dass wir hier an der richtigen
Adresse sind. Denn überwiegend sind es Familien, die auf den Hängen oberhalb der zwei Orte Ferien
machen. Freerider sehen wir nur wenige, wodurch uns an diesem Tage das Gelände abseits der Pisten nahezu
alleine gehört. Den Vormittag verbringen wir an den Hängen des 3.026 Meter hohen Bella Tola. Steile
Rinnen mischen sich hier mit breiten Schneefeldern. Alles in allem ist St. Luc eines der besten Skigebiete
für all diejenigen, die sich das erste Mal ins offene Gelände wagen. Kaum ein anderes Skigebiet verfügt
über ähnlich viele flache und mittelsteile Schneefelder unmittelbar neben oder gar zwischen den Pisten.
Mittags wechseln wir hinüber an die Steilflanke, die die beiden Teilgebiete voneinander trennt. Diese
Flanke ist jedes Jahr Austragungsort des „First Tracks Freeride Contests“ und ist bekannt dafür, dass sie
Dank ihrer nördlichen Ausrichtung den Schnee einige Tage pulvrig hält. Während Jochen und ich uns über
einige Cliffs freuen, bevorzugt Jessi es, sich auf die Sonnenterasse des Restaurants „Le Tsape“ zu legen.
Und auch wir lassen uns nach zwei weiteren Runs gerne dort nieder, um hinüberzublicken auf die andere
Seite des Rhônetals, wo sich Crans-Montana und Leukerbad an den Hang schmiegen.
Nach einem erfüllten Skitag treffen wir uns noch in einem Café in Chandolin. Lagebesprechung ist angesagt.
Wir haben noch einen Tag, und das Wallis ist groß. Wo also sollen wir hinfahren? Vor kurzem haben
wir von der Existenz des kleinen Ortes Ovronnaz am Eingang des Wallis erfahren.