Ski Press World Inc. - Index

Ski Press World Inc. - Deutschland_2007_2008 - Index

42 | GEHEIMTIPP
von und mit Martin Hesse, Fotos: Jessica Haupt
Martin hebt über St. Luc ab
DREI JUWELEN IM WALLIS
EIN ROADTRIP IN DER SCHWEIZ
Wir schreiben Ende Februar 2007, und noch immer hat es in unseren Breiten kaum
geschneit. Wo also hin, um die innerste Sucht nach pulvrigem Weiß zu stillen? Etliche
Telefonate und eine ausgiebige Recherche ergeben, dass im Wallis – siehe da – sehr wohl
eine solide Schneebasis vorhanden ist. Also rein ins Auto und los!
Der Freitagmittags-Stau auf der Autobahn zwischen München und Zürich kündigt bereits an, dass wir
nicht die einzigen sind, die das Faschingswochenende in der Schweiz verbringen wollen. Da die großen
Skigebiete sicherlich überlaufen sein werden, stehen auf unserer Liste einige kleine Secret Spots. Unser
erstes Ziel heißt: Zinal.
Zinal | Gelegen im hintersten Winkel des Val d’Anniviers, hat sich Zinal in den letzten Jahren einen extrem
guten Ruf in der Freeride-Szene erarbeitet. Die Höhe und die Lage am Fuße des Weißhorns bescheren Jahr
für Jahr überdurchschnittlich viel Schnee.
Als wir am Morgen von den ersten Sonnenstrahlen geweckt werden, ist uns klar, dass sich die Fahrt
nun tatsächlich lohnen wird. Da wir richtig heiß sind, nehmen wir uns nur kurz Zeit, um das reichhaltige
Frühstücksbuffet im Hotel „Europe“ zu genießen. Klare
Sache: Uns ist wichtig, mit der ersten Gondel auf den Berg
zu kommen. Schnell schultern wir unsere Ski und laufen die
paar Meter hinüber zur Liftstation. Mit der Gondel geht es
hinauf nach Sorebois. Der Gondel-Chauffeur spricht auf der
Fahrt bereits eine Warnung aus: „Seid vorsichtig! Gestern
sind zwei von einer Lawine verschüttet worden.“ Selbstverständlich
nehmen wir diese Warnung ernst. Langsam
tasten wir uns zunächst an die weiten Hänge des Moiry und
des Corne de Sorebois heran. Tatsache, Pulverschnee!!!
Aufgrund der Lawinensituation verbringen wir den Vormittag
in der speziell ausgewiesenen Freeride-Area neben
dem Combe-Durand-Lift, die von der Pistenwacht freigegeben
worden ist. Zinal nahm vor einigen Jahren bei der
Einrichtung dieser Freeride-Area eine Vorreiterrolle ein.
Hinein darf nur, wer Schaufel, Sonde und Pieps bei sich
trägt. Selbstverständlich haben wir das nötige Equipment
im Rucksack und am Leib. Somit kann es losgehen. Lange
genug haben wir gewartet, doch nun ziehen wir endlich mit
einem Grinsen im Gesicht die lang ersehnten Powderturns
in den Schnee. Was für ein Gefühl!
Das Skigebiet von Zinal hat in der Tat einiges zu bieten:
70 Kilometer Piste und vermutlich das Doppelte an Off-Piste
stehen zur Verfügung. Wie in vielen Skigebieten ist auch