Ski Press World Inc. - Index

Ski Press World Inc. - SPORTPRESSE_APRIL_MAI_2008 | No. 2 | Deutsch - Index

42 | REPoRtagE
� liNKS mitte uNd � uNteN: reduzierte Kommunikationsmöglichkeit:
Beim „Blinde-Kuh-Spiel“ mit dem Kletterseil wird eines klar: „ohne Gestik
und mimik versteht mein Gegenüber nur die hälfte.“
� oBeN liNKS: anfassen erwünscht – das schafft auch in der Geschäftsbeziehung Vertrauen. � oBeN
rechtS: Fantastisches „Balken-Balance-Spiel“. doch achtung: diese übung – loslassen und einfach nichts
tun – ist für tatkräftige manager eine der schwierigsten!
trifft, treten Probleme auf.“ Perfektion führt zwar zur Lösung, ist aber manchmal zu aufwendig.
„Entscheidend ist die Planungsphase und die Bereitschaft, zu erkennen, dass andere eine
effizientere Lösung haben.“ An Parcours Nummer vier wartet ein bodennah gespanntes Stahlseil
auf die Gruppe. Um den gesamten Seilparcours zu schaffen, muss vier Bäumen ausgewichen
werden. Gemeinsam wird Standbalance geprobt, der Probelauf führt zum Lösungsweg. „Brillant“
nennt Heinz die Planungsphase. „Bei der Durchführung wurde an der Spitze nicht der Blick für die
Leute hinten verloren.“
ScHEITERN SIE AM vIEREcK DER BLINDEN KUH?
Die Stimmung ist hervorragend. Euphorisch? Ja! Parcours Nummer fünf erwartet die Manager
am Seeufer. Es wird ihre vorletzte Prüfung sein. Aus einem 50 Meter langen Kletterseil soll ein
viereck gebildet werden. „Das erscheint euch zu einfach“, lacht Heinz. „Deswegen werden euch
die Augen verbunden. Ihr müsst blind kommunizieren. Wir stoppen die Zeit.“ Heinz zündet sich die
nächste Zigarette an und beschreibt die Situation. Führerlos tappt die Gruppe dahin. Auf einmal
fehlt der Gruppe ihre Sicherheit. Mark aus dem Elsass findet gute Lösungen. Aber ohne seine
Aussage mit Gesten und Händen unterstützen zu können, hat der Franzose keine chance, seine
Idee durch zusetzen. Minutenlang finden sie keine Einigung. Stattdessen Konfusion. Peter redet
auf die an deren ein, sie verstehen den Weg zur Lösung nicht. Die klare Führung fehlt der Gruppe –
das kostet viel Zeit. Beinahe 20 Minuten. „Entscheidend“, sagt Heinz später „ist bei allen Übungen
nicht die Lösung selbst, sondern der Prozess, der dorthin führt.“ Peters Lösungsansatz wurde
nicht verstanden, weil er zu komplex war. Martin hat den vorschlag dann gekippt und sich selbst
mit einer einfacheren Lösung durchgesetzt. „Am Anfang konnte keiner die Führung übernehmen;
das hat viel Zeit gekostet“. Das Resümée: Teamführung ist über das Telefon nur bedingt möglich.
In Zukunft werden sie sich öfter persönlich zu Meetings treffen. „vertrauen, gegenseitige Unterstützung
– wenn wir unser Potential voll umsetzen, dann kann uns niemand stoppen“, sind sie sich
jetzt einig. Heinz lacht, als er das hört. Er hört diese Worte nicht zum ersten Mal.