Ski Press World Inc. - Index

Ski Press World Inc. - SPORTPRESSE_APRIL_MAI_2008 | No. 2 | Deutsch - Index

INFo TRENTINo
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„Viva Brennero“ – großer jubel an der italienischen Grenze.
abEntEUER | 21
Gemeinsam wollen wir das Ziel erreichen und dieses dann sicher mit
einem kühlen Schluck Bier feiern. Meist bilden sich aus dem Grupetto
kleinere Grüppchen, um über den Trainingszustand oder kleinere
Bauchansätze der anderen zu plaudern, es wird gestichelt und gelacht.
„Jetzt haben wir schon 80 Kilometer“, ruft Ralf. In diesem Moment
weiß ich nicht, ob ich mich freuen oder heulen soll. Die Temperatur
gegen acht Uhr deutet auf einen heißen Sommertag hin. Die Höhenmeter
treiben den Schweiß auf die Stirn. Immer mehr Kleidungsstücke
verschwinden in den kleinen Taschen. Die Kilometer in Richtung öster-
reichische Grenze bei Scharnitz sind sehr schnell, der Wechsel an der
Spitze funktioniert tadellos und dennoch sind sich unser „Präsi“ Ralf
und „capitano“ Tom einig: „runter vom Gas“. An der Legalität vorbei,
schießen wir dann der Geschwindigkeitsbegrenzung zum Trotz über
den Zirler Berg hinunter ins Inntal. Die 16 Prozent Gefälle vergehen wie
im freien Fall. Unten angekommen werden Spitzengeschwindigkeiten
bis über 90 km/h auf den Tachos ausgewertet.
BELLA ITALIA – DER GRENZE ENTGEGEN
Geplagt von den Autos rund um Innsbruck erreichen wir die alte
Brennerstrasse. Die Sonne steht nun fast senkrecht – und die Tem-
peratur bei 30 Grad. Bis nach Italien müssen noch immer 43 Kilo-
meter und 800 Höhenmeter zurückgelegt werden. Nur gut, dass die
exakten Daten in jenem Moment keiner von uns realisiert. Aktiv arbeitet
die Gruppe daran, dass jeder Spaß hat. Manche lassen sich
zurück fallen, manche fahren dann gar ein Stück zurück, um andere zu
motivieren. In Steinach überfallen wir einen Supermarkt, decken uns
mit Getränken ein und erfrischen uns an einem Brunnen im Schatten.
Jetzt schon saure Gurken und Würstl? Neben Powerriegeln eine ge-
lungene Abwechslung für den Gaumen. Doch leider drängt der Zeit-
plan. Nach 170 Kilometern haben wir den höchsten Punkt erreicht.
„Bella Italia, wir kommen“ Mit diesem Ausruf legt auch das Thermometer
noch mal einen drauf. Knapp 38 Grad heizen schön auf. Nur der
Helm schützt den Kopf vor einem Sonnenstich. Um unseren schon
leicht angeschlagenen Körpern eine Pause zu gönnen setzen wir uns
in Sterzing in ein Restaurant und legen erst mal die Füße hoch. Beim
Warten auf das Essen fallen einigen schon die Augen zu, während andere
sich auf die langen Beine der Südtirolerinnen konzentrieren. Die
Pasta zum Mittagessen liegt zwar schwer im Magen, doch bei solch
einer Etappe spricht nichts gegen eine vernünftige Mahlzeit.
mit unverschämtem Speed zischen die „herren“ die alte
Brennerstraße entlang.